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Rechtsprechung / Praktische Tipps

Hätten Sie gedacht, daß es sich lohnen kann, eine Erbschaft auszuschlagen?

Der Erlasser hinterläßt seine Ehefrau und zwei Kinder. Sein Vermögen beträgt € 1.000.000,00. Als er und seine Frau geheiratet hatten, hatten beide kein Vermögen. Die Ehefrau hat sich ausschließlich um die Kinder gekümmert und kein eigenes Vermögen erworben.

Liegt kein Testament vor, tritt die gesetzliche Erbfolge ein:
Die Ehefrau erbt ½, also € 500.000,00. Schlägt die Ehefrau die Erbschaft aus und verlangt den Zugewinnausgleich sowie ihren Pflichtteil, so erhält sie € 500.000,00 als Zugewinnausgleich gem. § 1371 Abs. II BGB und weitere € 62.500,00 als sogenannten kleinen Pflichtteil, insgesamt also € 562.500,00.

Kompetenter Rat zahlt sich aus.

Was tun bei Überschuldung des Nachlasses?

Mit dem Erbfall gehen auch die Verbindlichkeiten des Erblassers auf den Erben über. Ohne die genauen Verbindlichkeiten zu kennen, kann  der Erbe plötzlich mit einem überschuldeten Nachlaß als auch seinem Eigenvermögen. Unter bestimmten Umständen kann die Haftung jedoch auf den Nachlaß beschränkt werden.

Bei Überschuldung des Nachlasses muß daher folgendes bedacht werden:

Kenntniss vor Annahme

Ausschlagung der Erbschaft, wenn Überschuldung von vornherein bekannt ist

Kenntniss nach Annahme

Anfechtung der Erbschaftsannahmeerklärung oder der Versäumung der Ausschlagungsfrist

wenn kein Anfechtungsrecht

Konkursantrag oder Vergleichsantrag, sofern Überschuldung später bekannt wird

Status unbekannt

Dreimonatseinrede
Einrede des Aufgebotsverfahren
Inventarerrichtung
Antrag auf Nachlaßverwaltung
Dürftigkeitseinreden
 -
Dürftigkeit
 - Unzulänglichkeit
 - Erschöpfung
Überschwerungseinrede
Ausschließungseinrede